Cluster Mechatronik & Automation

News

22.10.2009

Technikforum „Maschinensicherheit in Robotik und Automation“ stößt auf große Resonanz

Ab Ende 2009 gilt für alle Entwickler und viele Nutzer von Maschinen die neue EG-Maschinenrichtlinie.

Referenten des Technikforums „Maschinensicherheit in Robotik und Automation“ am Technologie Centrum Westbayern (v.l.n.r.): Martin Schestak, Lothar Fischer (Rockwell Automation, Unterschleißheim), Ursula Reeber-Isariuk (DEKRA Akademie, Augsburg), Peter Klüger (KUKA Roboter GmbH, Augsburg), Martin Frey (Pilz, Ostfildern), Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW) und Harald Schmidt (SICK AG, Waldkirch).

 

 

Der Countdown läuft: Ab Ende 2009 gilt für alle Entwickler und viele Nutzer von Maschinen die neue EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die Sicherheitsnorm EN ISO 13849-1, und dies verbindlich! Ganz wichtig dabei: Es gibt keine Übergangsfrist! „Deshalb ist es besonders wichtig, sich jetzt noch rechtzeitig mit den anstehenden, verbindlich geltenden Änderungen auseinanderzusetzen, denn viele Unternehmen sind auf die umfangreichen Neuerungen und die damit verknüpfte Haftungsproblematik noch völlig unzureichend vorbereitet“, wie Prof. Dr. Markus Glück, Initiator des Fachforums bei der Begrüßung der fast 50 Teilnehmer aus ganz Süddeutschland berichtete. Für die Teilnehmer des ganztägigen Fachworkshops stand aber die praktische Umsetzung im Mittelpunkt. Gastreferenten renommierter Unternehmen berichteten aus der Praxis. Breiter Raum blieb für Diskussionen. Weitere Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, der Verein deutscher Ingenieure (VDI) und der Verband deutscher Elektroingenieure (VDE).

 


Das Vormittagsprogramm gestaltete Martin Frey (Pilz, Ostfildern). Zunächst stellte er die Neuerungen, die sich aus der Novelle der Maschinenrichtlinie ergeben, vor. Frey erwähnte, dass sich vor allem für Entwicklungs- und Produktionsverantwortliche zahlreiche bedeutsame Veränderungen in der Tagesarbeit ergeben. Hersteller vom Maschinen, Fördereinrichtungen aber auch Betreiber von Fertigungsanlagen sind zum Beispiel zukünftig verpflichtet, von Beginn einer Entwicklung oder einer Umbaumaßnahme an, eine Risikobeurteilung nach einem iterativen Prozess lückenlos durchzuführen und funktionale Beschreibungen durchgängig zu dokumentieren. Software und Maschinen müssen so konstruiert werden, dass Fehler in Hard- und Software oder Steuerung nicht zu für den Menschen gefährlichen Situationen führen können. Wie dies in der Praxis aussehen kann, zeigte er an vielen Beispielen anschaulich auf. Im Anschluss wurde intensiv gefragt und diskutiert.

 


Anschließend referierte Peter Klüger (KUKA Roboter GmbH, Augsburg) zum Thema „Werker und Roboter rücken zusammen – neue Freiheit für Industrieroboter“. Speziell beim Einsatz von Robotern sind Sicherungseinrichtungen von besonderer Bedeutung. Wie diese aussehen können, bildete den Schwerpunkt im zweiten Teil des Forums.
Die Mittagspause nutzen zahlreiche Teilnehmer, um sich im neuen Robotik Demo & Research Center am Technologie Centrum Westbayern (TCW) - einem An-Institut der Hochschule Augsburg - einige Live Demonstrationen neuester Entwicklungsergebnisse präsentieren zu lassen. Auch Sicherheitskonzepte für das Design einer Roboterzelle konnte man anzuschauen und testen.

 


Ergänzend berichtete Harald Schmidt (SICK AG, Waldkirch) über Technologien und Musterlösungen für die Absicherung von Robotern und Fördereinrichtungen. Eindringlich warnte er vor Manipulationen von Schutzeinrichtungen durch die Nutzer. Diese könne man teilweise durch neue Sicherheitssteuerungen besser erkennen und verhindern. Martin Schestak und Lothar Fischer (Rockwell Automation, Unterschleißheim) stellten weitere Steuerungskomponenten und die Vorgehensweise bei der Optimierung der Maschinen- und Anlagensicherheit vor.

 

Begrüßung der Teilnehmer zu

Beginn des Forums „Maschinensicherheit“.

 

Abgerundet wurde das Expertenforum durch einen „Bonus-Vortrag“ mit einem faszinierenden Ausblick in die Zukunft. Ursula Reeber-Isariuk von der DEKRA Akademie (Augsburg) faszinierte die Zuhörer nochmals mit einem Vortrag „Wovon Roboter schwärmen – Schwarmintelligenz“. Eindrucksvoll zeigte sie auf, wie Schwärme und Phänomene, die sich z. B. auch beim Vogelflug, im Straßenverkehr und bei der Wanderung von Sanddünen auswirken. Was sich daraus für die Robotertechnik und vor allem für miteinander kooperierende Roboter in Fertigungsanlagen sowie für neueste autonome Serviceroboter ableiten lässt, sprengte die Vorstellungskraft vieler Gäste und faszinierte. „Man konnte nach 7 Stunden Tagung doch tatsächlich noch eine Nadel fallen hören“, bedankte sich Prof. Dr. Markus Glück bei den Gästen.

 

Die TCW Technologieforen bieten die besondere Gelegenheit, sich mit namhaften Herstellern und Anwendern vor Ort auszutauschen. Weiter Foren sind am 19.11.2009 und im Frühjahr 2010 geplant. Eine Programmübersicht mit Referatsthemen und Referenten, sowie Informationen zu weiteren Veranstaltungen stehen im Internet unter www.tcw-donau-ries.de (teilweise auch zum Download) zur Verfügung.


Das TCW ist Mitglied im Cluster Mechatronik & Automation e.V.


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