Cluster Mechatronik & Automation

News

15.07.2016

Clusterforum zur Zukunft der Elektronikfertigung restlos ausgebucht

„Bringing manufacturing home with Industrie 4.0“

Mit 70 Teilnehmern war das Clusterforum am vergangenen Mittwoch bei der Zollner Elektronik AG in Zandt restlos ausgebucht. Einen ganzen Tag lang ging es um Technologien, Chancen und Perspektiven der Elektronikfertigung in Europa. Gastgeber, Referenten, Teilnehmer und Veranstalter waren gleichermaßen begeistert von der Resonanz, den vielen Fragen und der immer wieder aufflammenden Diskussion. Spätestens seit diesem Forum ist klar: Das Thema „Elektronik“ mit all seinen Facetten ist mitten im Cluster angekommen.


Gleich im ersten Vortrag zeigte Johann Weber, Vorstandsvorsitzender der Zollner Elektronik AG, die Herausforderungen auf, denen EMS-Unternehmen heute gegenüber stehen und wie sich diese auf bekannte Prozesse und Vorgehensweisen auswirken. Dabei warnte er eindringlich davor, die Paradigmen der Digitalen Produktion nicht ernst zu nehmen. „Auch wenn Industrie 4.0 langsam zum Unwort wird: Die Ideen dahinter werden für gewaltige Veränderungen sorgen. Sie müssen heute anfangen, sich Ihren Weg zu suchen, sonst werden Sie überrollt.“


Was an neuen Technologien derzeit an den Universitäten erforscht wird, darüber gab Prof. Jörg Franke, Inhaber des einzigen Elektronik-Produktions-Lehrstuhls in Deutschland (Lehrstuhl für Fertigungsautomation und Produktionssystematik (FAPS) an der Universität Erlangen-Nürnberg) und Clustersprecher, den Teilnehmern einen ausführlichen Überblick.


Dass Risikoaufschläge und Distributionskosten heute ein vielfaches des eigentlichen Gerätepreises ausmachen und lokale Fertigung daher jeden Sinn macht, zeigte Michael Ford von Mentor Graphics auf und verblüffte damit so manchen Teilnehmer. Dies gelang auch Andreas Koch von perzeptron: „Wenn man die reinen Fertigungskosten betrachtet, ist Produktion in Europa heute schon günstiger als in Asien.“ Das Problem sei das vielerorts fehlende Bewusstsein für die Kosten der nicht-wertschöpfenden Prozesse in Unternehmen.


„Viele Tätigkeiten und Schnittstellen in der Elektronikfertigung heute sind auf den Menschen als Bediener ausgerichtet“, so Norbert Heilmann von ASM. Hier helfe keine 1:1-Automation, da dies schlicht nicht vernünftig darstellbar sei. Entsprechend investiert ASM viel in die Entwicklung von Lösungen, die sowohl von Menschen als auch von Robotern bedienbar sind. Welche Möglichkeiten dabei die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) eröffnet, war das Thema von Rolf Kleck aus dem Hause KUKA Roboter GmbH, der eigens einen in den Pausen heftig umlagerten Leichtbau-Roboter mitgebracht hatte.
Thomas Mückl, Leiter der Elektronik-Technologie im Hause Zollner, gab einen praxisorientierten Einblick in Voraussetzungen und Möglichkeiten der Industrie 4.0 in der SMT-Fertigung. Sein Kollege Alois Mahr, oberster Fabrikplaner, informierte über die Hintergründe, Überlegungen und Erfahrungen beim Aufbau der Sauberräume für die Fertigung der Leistungselektronik für ein bekanntes Serien-Elektrofahrzeug eines bayerischen Automobilherstellers.


In den Vorträgen, während der Werksbesichtigung und in den Diskussionen kam immer wieder die Frage auf, ob feste Linien oder flexibel kombinierbare Fertigungsinseln die bessere Antwort auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 seien. „Bei Fertigungsinseln haben Sie aber sofort die Frage, ob und wie sich der optimale Weg möglichst einfach ermitteln lässt“, so ein Teilnehmer.


Susanne Vernim, Doktorandin am Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften iwb der TU München, zeigte mit dem „Ameisen-Algorithmus“ eine mögliche Lösung dafür auf. Grundsätzlich ging es in ihrem Vortrag aber um das Projekt InnoCyFer, das in Zusammenarbeit mehrerer Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen versucht, die gesamte Prozesskette für die kundenindividuelle Fertigung von Produkten zu erfassen und zu automatisieren.


Passend zum Thema erhielten die Referenten jeweils eine Sonderabfüllung eines in der Region hergestellten „Flussmittels“.


Der Cluster bedankt sich herzlich bei der Zollner Elektronik AG für die Gastfreundschaft und die perfekte Organisation vor Ort sowie bei Prof. Franke für die launige Moderation.


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