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News24.03.08
Augsburger Informatik bündelt Multicore-ForschungskompetenzenUm den Herausforderungen zu begegnen, die sich aus dem Umstand ergeben, dass im Laufe der kommenden zehn Jahre Multicore-Prozessoren zur Verfügung stehen werden, die gegenüber Single-Core-Prozessoren eine mehr als hundertfach höhere Verarbeitungsleistung aufweisen, hat sich am Institut für Informatik der Universität Augsburg die "Augsburg Multicore Task Force" (AMCTF) konstituiert.In ihr kooperieren Arbeitsgruppen von fünf Lehrstühlen und Professuren mit dem Ziel, Konzepte zu entwickeln, die es ermöglichen, zum einen das Potential der neuen Prozessoren sinnvoll auszuschöpfen, weiterhin sequentielle Software für Multicores zu parallelisieren und schließlich Anwendungen unter Nutzung der wesentlich höheren erreichbaren Verarbeitungsgeschwindigkeit komfortabler zu machen.
Vor diesem technologischen Hintergrund sehen die Augsburger Informatiker in der zukünftigen Anwendungsentwicklung für Multicore- Prozessoren einen wesentlichen Markt für Informatiker/innen. Die Möglichkeit, viele Prozessoren auf einem Chip fertigen zu können, erfordert geeignete Konzepte, um diese Prozessoren sinnvoll zu nutzen. Dazu gehört die Fortentwicklung heutiger Anwendungen mit dem Ziel, diese unter Nutzung der durch Parallelisierung erreichbaren höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit in Zukunft komfortabler zu machen. Weiterhin ist es von großer Bedeutung, Wege aufzuzeigen, wie sequentielle Software für Multicores parallelisiert werden kann.
Gebündeltes Multicore-Forschung für Studierende und Industrie
Initiativen und Förderungen, die das meist an Universitäten beheimatete Know-how der Parallelisierung für Firmen nutzbar machen, sind dringend nötig. In der "Augsburg Multicore Task Force" wird das Forschungs-Know-how der Augsburger Multicore-Forscher gebündelt und in der Lehre sowie interessierten Firmen zur Verfügung gestellt. Die Studierenden der Informatik an der Universität Augsburg werden für die zukünftigen Problemstellungen in der Industrie gerüstet sein. Die Augsburger Informatiker stellen sich den wichtigen Forschungsfragestellungen in den drei Bereichen der Multicore- Prozessor-Entwicklung, der Programmierwerkzeuge und der geeigneten Parallelisierung der Anwendungen.
Lehrstuhl Ungerer: Hardware und System-Software für eingebettete Multicore-Prozessoren
Am Lehrstuhl für Systemnahe Informatik mit Schwerpunkt Kommunikationssysteme und Internet-Anwendungen von Prof. Dr. Theo Ungerer arbeiten Forschergruppen an Hardware und System-Software für das neue Gebiet der eingebetteten Multicore-Prozessoren - also der Anwendung der Multicore-Technologie in Autos, Flugzeugen und Maschinen -, um durch die erhöhte Leistungsfähigkeit der Prozessoren beispielsweise eine höhere Fahrsicherheit, einen geringeren Spritverbrauch und einen geringeren Schadstoffausstoß durch Autos und Flugzeuge zu erreichen. Ungerer koordiniert das EU-Forschungsprojekt MERASA (Multicore Execution of Hard Real-Time Applications Supporting Analysability), an dem neben der Universität Augsburg Forschergruppen der Universität Toulouse, des Barcelona Supercomputing Center sowie die Firmen Honeywell (Brünn, Tschechei), Rapita Systems (York, England), Infineon (München), NXP aus den Niederlanden, Bauer Maschinen (Schrobenhausen), Airbus in Frankreich und die European Space Agency beteiligt sind.
Lehrstuhl Knorr: Echtzeitfähige eingebettete Systeme für Kommunikationsanwendungen
Auch Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Rudi Knorr (Lehrstuhl für Kommunikationstechnik mit Schwerpunkt Systeme und Netze im
Lehrstuhl Lienhart: Parallelisierung von Anwendungsprogrammen
Eine Forschergruppe von Prof. Dr. Rainer Lienhart (Lehrstuhl für Multimedia Computing) arbeitet an der Parallelisierung von Algorithmen des Maschinenlernens für einen Rechner mit zwei Quadcore-Prozessoren und bringt damit wichtiges Know-how für die Parallelisierung von Anwendungsprogrammen mit ein.
Forschergruppe Bauer: Modellgetriebene Softwareentwicklung für Multicore-Plattformen
Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Bernhard Bauer (Programmierung verteilter Systeme) beschäftigt sich mit modellgetriebener Softwareentwicklung für Multicore-Plattformen. Ziel ist es, die Softwarerealisierung soweit wie möglich zu automatisieren, um Kosten zu reduzieren, sowie die Wartbarkeit und die Evolution von Softwaresystemen zu verbessern. Dazu werden Beschreibungsmechanismen erarbeitet, um bereits auf Modellebene mögliche Parallelisierungen zu beschreiben bzw. durch geeignete Modellanalysen eine automatische Parallelisierung zu erreichen. Darüber hinaus werden Methodiken, Patterns, Best Practices und Tools entwickelt, die die Softwareingenieure beim Entwurf von großen Anwendungsprogrammen für Multicore-Prozessoren unterstützen.
Forschergruppe Vogler: Modellierung paralleler Aktivitäten
Info: http://www.informatik.uni-augsburg.de/en/forschung/amctf/
Quelle: idw
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