Cluster Mechatronik & Automation

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21.01.09

"Energieeinsparung nur über die Gesamtsystembetrachtung sinnvoll!"-Fachforum Kosten-und Energiesparen durch effiziente elektrische Antriebe am 20.1. in Nürnberg

 

„Wir müssen uns rechtzeitig für die Herausforderungen der Zukunft aufstellen, das bedeutet, ein Wechsel der Denkweise hin zur Gesamtsystembetrachtung – wenn nötig mit politischer Unterstützung!“ Mit diesem Apell richtete sich Günter Baumüller, Vizepräsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken und Inhaber der Baumüller Gruppe in seiner Eröffnung an die Teilnehmer des Fachforums „Kosten- und Energiesparen durch effiziente elektrische Antriebe“. Fast 100 Teilnehmer aus Bayern kamen in der IHK Nürnberg zusammen, um sich auf der Fachveranstaltung über Energieeinsparpotentiale und effiziente Antriebskonzepte zu informieren.

„Energieeffizienz lässt sich berechnen. Aber um Missverständnissen vorzubeugen und scharfe Begriffsdefinitionen vorzunehmen, möchte ich auf die wesentlichen physikalischen Zusammenhänge eingehen“ so Prof. Dr. Andreas Binder von der TU Darmstadt zu Beginn seines Vortrages. Tatsächlich wurde den Teilnehmern klar, dass Energieeffizienz nicht gleich zu setzen ist mit dem Wirkungsgrad einer Komponente, dass die Auslegung von Antriebssystemen im optimalen Betriebspunkt notwendig aber doch suboptimal ist und dass schon von Beginn an der Gesamtprozess betrachtet werden müsse. „Im Bereich der Energieeinsparung auf Komponentenebene sind wir schon sehr gut“, so Dr. Harald Bradke vom Fraunhofer ISI aus Karlsruhe, „aber das größte Potential liegt in der Abstimmung der Einzelkomponenten untereinander.“ Konkret belegt wurden diese Aussagen mit Kennzahlen aus unterschiedlichsten Studien zu diesem Thema. Auch er zeigte auf, dass in Ländern, in denen es staatliche Vorgaben zum Einsatz energieeffizienter Antriebe gebe, der Einsatz dieser Systeme bereits um einiges höher ist, als in Deutschland.
Dass vor allem erhöhte Investitionskosten Hemmnisse für energieeffiziente Lösungen sind, wurde aus der Diskussion zu den Vorträgen deutlich.

 

„Amortisationszeiten von mehr als 1,5 Jahre sind z.B. in der Automobilindustrie nicht interessant“, so Markus Mettler von ebmpapst. „Wir haben für unser Unternehmen aber beschlossen, nicht nur Energieeffizienz in unseren Produkten anzubieten, sondern durch Investitionen in unsere Anlagen und Gebäude CO2 –Einsparungen in Höhe von knapp 2.000 t/a erreicht. Dies sind umgerechnet knapp 470.000 Euro jährlich bei Amortisationszeiten von 0,2 bis 7,5 Jahren.“

 


„Rückspeisung mittels Frequenzumrichter statt Umwandlung in Wärme durch Brems-Chopper“ war das Credo von Dr. Oswald Hake, Geschäftsführer der Kimo GmbH in Erlangen. Kostensenkungspotenziale sind nach Dr. Hake jedoch nicht nur durch direkte Einsparung von Energie erreichbar, vielmehr bieten rückspeisefähige Frequenzumrichter weitere Vorteile wie weniger Komponenten, geringeren Installationsaufwand und geringeren Platzbedarf.

 

Detailierte und aussagekräftige Vergleiche zu Kosteneinsparungen in Klimaanlagen, Ventilatoren, Pumpen oder Antriebssystemen durch die Anwendung energieeffizienter Komponenten und Systeme vermittelten die weiteren Referenten aus den Unternehmen Baumüller, Wilo und Ebert-Ingenieure.

 


Dr. Robert Schmidt, Leiter des Geschäftsbereiches Innovation und Umwelt zog am Schluss das Fazit: „Ohne die Mithilfe der Politik werden nach wie vor die low hanging fruits optimiert und kurzfristige Kostenvorteile genutzt, obwohl die Zeit schon längst reif wäre für einen Systemwechsel."


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