Cluster Mechatronik & Automation

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30.07.10

Cluster-Treff im EMV-Labor - Elektromagnetische Verträglichkeit – Prüfung und Sicherstellung

 

Am 13. Juli waren die über 60 Teilnehmer eines Cluster-Treffs bei der Tempton Service Plus GmbH wohl geraume Zeit auch am Mobiltelefon nicht erreichbar. Dieser fand nämlich größtenteils in der großen Absorberhalle von Tempton statt, in der mit 2,5 m langen Absorbern jegliche externe Strahlung blockiert wird.

Der Nachweis der elektromagnetischen Verträglichkeit (kurz: EMV) von elektronischen Produkten und Systemen ist heute eine Grundvoraussetzung für deren Marktzulassung. Die Geburtsstunde der EMV-Messungen kann man auf die Zeit datieren, in der die japanische Unterhaltungsindustrie vehement mit Billigprodukten in den europäischen Markt drängte. Um sich vor Unfällen und Ausfällen elektronischer Geräte zu schützen, kam es zu ersten Normen und Verordnungen. „Heute müssen EMV-Aspekte frühzeitig in die Entwicklung elektronischer und mechatronischer Komponenten einfließen, sonst kann es teuer werden.“ so Tempton Geschäftsführer Wilfried Zapf in seiner Begrüßung.

 
Tempton unterstützt schon während des Designs und prüft die Geräte in Kältekammern, Shakern und Absorberkammern auf ihre Funktion. Die Komponenten sind in unterschiedliche Funktionsgruppen eingeteilt, für die jeweils andere Normen und somit Testverfahren gelten. So sind bei Tempton Messungen bis 40 GHz möglich. „Bei Prüfungen gibt es eine sogenannte Normenhierarchie: Grundnorm, Fachgrundnorm, Produktfamiliennorm, Produktnorm“, betonte Mario Lehman von Tempton in seinem Vortrag über die rechtliche und technischen Grundlagen, die Bedeutung für die Automatisierungstechnik und Prüfverfahren.

 
Irene Rakowsky von der Weber GmbH, Aschaffenburg, zeigte einen beispielhaften Prüfzyklus eines Kombiinstruments aus der Automobilbranche. „In Prüfdiagrammen werden standardisierte Vorgaben gemacht, die in der Messung bestätigt werden müssen. Erst dann erhält das Gerät die Freigabe. Endverantwortlich für die elektromagnetische Verträglichkeit bleibt in jedem Fall der Hersteller.“

 
„Wichtig aus Herstellersicht ist, dass stets die Funktion der Bauteile im Vordergrund steht. EMV muss im Design berücksichtigt werden, aber das Design soll auch den Kosten entsprechen“, so Erich Friedrich von der Vierling Production GmbH, dem Spezialisten für Elektronikfertigung aus dem fränkischen Ebermannstadt.


Die Carl Zeiss AG testet Elektronenmikroskope mit größter Auflösung im Atombereich bei Tempton. Probleme bereiten dort häufig zugekaufte Bauteile, deren EMV-Eigenschaften nicht den Angaben der Hersteller entsprechen. „Dann entwickeln wir für unseren Lieferanten“, so Dr. Martin Hugelmann von Zeiss.


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