Cluster Mechatronik & Automation

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08.10.2007

Softwareentwicklung: Kollektive Programmierintelligenz besser nutzen

Eine aktuelle Studie zur Unterstützung verteilter Softwareentwicklung mit Eclipse belegt: die Herausforderung der Zukunft wird es sein, die individuelle Kompetenz des Einzelnen mit der kollektiven Intelligenz des Teams und der Community zu verbinden.

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und die Universität Siegen stellen auf dem Eclipse Summit 2007 in Ludwigsburg am 10. / 11. Oktober 2007 ihre aktuelle Studie zur Unterstützung verteilter Softwareentwicklung mit Eclipse vor. Fazit: Die Herausforderung der Zukunft wird es sein, die individuelle Kompetenz des Einzelnen mit der kollektiven Intelligenz des Teams und der Community zu verbinden.

Zurzeit wird in verschiedenen Eclipse-Projekten wie etwa Equinox Provisioning oder Maya heftig an einer radikalen Runderneuerung der Komponentenverwaltung durch die Nutzer gearbeitet. Ganz im Trend des Web 2.0 stellt das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT  sein Konzept der Aneignungsinfrastruktur vor, das Ansätze der Softwareverteilung und Ansätze des Community- Wissensmanagements verbindet.

Der neue Ansatz geht zum einen auf Forschungsleistungen zum Thema komponentenbasierte Anpassbarkeit der Universität Siegen zurück, zum anderen auf empirische Ergebnisse, die im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsprojekts CoEUD gewonnen wurden. Darin haben Forscher des Fraunhofer FIT die Arbeitspraktiken und Strategien von Softwareentwicklern in verschiedenen Unternehmen untersucht. Aus den gesammelten Erfahrungen folgert Gunnar Stevens, Projektleiter CoEUD beim Fraunhofer FIT, dass der entscheidende Schritt zum Erfolg von Eclipse in neuen Technologien zu kooperativen Aneignung und Verbreitung seiner umfangreichen Erweiterungen und Komponenten liegt.

"Der 'Design for Flexibility'-Ansatz von Eclipse erlaubt es Entwicklern, ihre ideale Konfiguration aus mehr als 1000 Erweiterungen zusammenzustellen. In unseren Studien haben wir gesehen, dass diese Flexibilität intensiv genutzt wird. Nun gilt es geeignete Methoden zu entwickeln, die die Nutzer beim Managen dieser Flexibilität unterstützen", so Stevens.

Sein Kollege Sebastian Draxler von der Universität Siegen ergänzt: "Bisherige Ansätze zur Softwareverteilung lassen die Endnutzer entweder mit der Komplexität völlig allein oder versuchen, den Endnutzer durch zentralistische Lösungen komplett außen vor zu lassen. Die Herausforderung der Zukunft wird aber sein, die individuelle Kompetenz des Einzelnen mit der kollektiven Intelligenz des Teams und der Community zu verbinden."

Zur idealen Unterstützung der Entwickler gilt es in Zukunft drei Aspekte in einer gemeinsamen Infrastruktur zusammenzufügen: eine Verteilungsinfrastruktur zum Austausch von Komponenten und deren Anpassungen, eine Diskursinfrastruktur zur kollaborativen Bewertung von Komponenten und zum Wissensaustausch sowie eine Infrastruktur zum Appropriation-Matching, die aufgrund von Nutzungshistorien Vorschläge über interessante Komponenten, deren Nutzung und Nutzungsexperten im sozialen Netzwerk ableiten kann. Eine exemplarische Umsetzung und Erprobung des Konzepts in der Praxis ist Teil des CoEUD Projekts.

Stevens und Draxler präsentieren ihre Studie auf dem Eclipse Summit 2007 in Ludwigsburg am 10. / 11. Oktober 2007. Sie ist bereits im Vorfeld online verfügbar unter: <www.fit.fraunhofer.de/presse/07-10-05/ESE2007-Appropriation_Perspective_to_Provisioning.pdf>

Quelle: idw


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